Lass das mal einen Moment stehen.
Diese Frage ist eine der kraftvollsten, die du dir selbst stellen kannst. Sie trennt nämlich dein echtes Selbst von dem, das du für andere aufgeführt hast. Im Alltag läuft so viel von uns automatisch: Wir passen unseren Ton an, wählen unsere Worte, kontrollieren unsere Mimik. Manche dieser Anpassungen sind gesund, andere habituell. Aber manche sind tückisch, weil sie dich von dir selbst entfernen und du es nicht mal mehr merkst.
Diese Frage wird besonders wertvoll, wenn du eine Frau bist, die sich anpasst. Vielleicht anpasst, um gemocht zu werden. Oder um Konflikte zu vermeiden. Oder weil dir beigebracht wurde, dass deine Bedürfnisse weniger wichtig sind als die harmonische Fassade. Viele Frauen können gar nicht mehr spontan antworten, was sie würden, wenn keiner schaut. Sie müssen erst wieder in sich selbst hineinhorchen. Und das ist hart, wenn dieser innere Kompass so lange zum Schweigen gebracht wurde.
In Beziehungen wird das besonders sichtbar. Du fragst dich nicht mehr, was du willst, sondern was er will. Du wählst nicht mehr den Film, den du sehen möchtest, du fragst, was ihm gefallen könnte. Du sagst nicht mehr, dass dich etwas nervt, du fragst dich stattdessen, wie du es besser ertragen könntest. Dein Körper verspannt sich. Deine Freunde sehen weniger von dir. Und irgendwann ist unklar, wo die Beziehung endet und du anfängst.
Das Tückische ist: Das fühlt sich nicht böse an. Es fühlt sich an wie Liebe. Es fühlt sich an wie Normalität. Es fühlt sich an wie „so machen es alle“. Aber wenn du beim „Zähneputzen“ merkst, dass du sogar da deine Bewegungen kleiner machst, damit dein Partner nicht gestört wird, dann ist irgendwann ein Punkt erreicht, an dem Anpassung zur Selbstauflösung wird.
Die Frage ist deshalb so wichtig, weil sie dich zwingt, dich selbst wiederzufinden. Sie ist unangenehm. Manche Frauen können nicht mal spontan sagen, was sie würden, wenn niemand zuschaut, weil sie gar nicht wissen, wer sie sind, wenn die Performance aufhört.
Wenn deine Antwort auf diese Frage sehr unterschiedlich ist von dem, wie du gerade lebst, ist das dein innerer Kompass, der dir etwas zu sagen versucht.